• Hopesister

Er legte ein Pflaster auf mein zerbrochenes Herz.


Foto Credit Giulia Bertelli



Wenn man mich früher fragte, was ich denn mal werden möchte, antwortete ich immer:

„Ich will eine Mutter sein“ .


Unsere Kinderwunschreise begann kurz nach dem wir Ende 2009 heirateten. Wir wünschten uns Kinder, mindestens drei und das so bald wie möglich. Bei einer Routineuntersuchung wurde bei mir PCOS diagnostiziert und kurz darauf wurde festgestellt, dass mein Mann unfruchtbar ist. Noch setzten wir unsere ganze Hoffnung auf eine künstliche Befruchtung. Nach einem gescheiterten ICSI- Versuch (und wir hatten nur diesen einen Versuch) wurden Trauer, Verzweiflung, Neid, Wut und Hoffnungslosigkeit mein täglicher Begleiter.


Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr fühlte es sich so an, als würde ich mit einem Mühlstein um den Hals durch den Tag gehen. Ich kam nicht weiter, nichts passierte, jeder Schritt war schwer und über nichts konnte ich mich mehr freuen. All meine Gedanken, mein Handeln und Entscheidungen drehten sich nur um diesen Kinderwunsch und um die Frage warum lässt Gott das nur zu, warum greift er nicht endlich, endlich ein und gibt uns unser Wunschkind. Jeder Tag war wie ein Regentag voller dunkler Wolken. Ich fühlte keine Sonne mehr.


Bei einem Abendessen brach mein Mann in Tränen aus und sagte, dass er sich seine lebenslustige Frau zurück wünscht. Die, die er mal geheiratet hat.

Bei einem Telefonat mit meinem Vater machte er sich große Sorgen, dass ich verbittert werde (oder war ich es nicht schon längst?).


Sommer 2016: ein dunkler Tag wie jeder andere. Ich stand in der Küche und dachte darüber nach ob ich Depressionen habe während ich das Geschirr spülte. Und dann brach es aus mir heraus. Ich ließ den Spüllappen fallen, fiel auf die Knie und weinte und schrie zu Gott, dass ich nicht mehr kann und das es nicht so weitergehen darf. „Ich will nicht mehr verbittert sein, warum hilfst du mir nicht endlich?“ Und dann kam es. Dieser Frieden, der nicht von dieser Welt ist, dieser Frieden, den man nicht in Worte fassen kann und der jeden menschlichen Verstand übersteigt. Er war einfach da. Ich konnte aufstehen und mir die Tränen abwischen, denn ich war nicht mehr traurig. Von einer Sekunde zur anderen war mein Kinderwunsch nicht mehr vorhanden. Dieser Wunsch, den ich von Kindertagen an hatte, worauf ich mein ganzen Leben hingearbeitet habe war weg und mein Herz. Mein Gedankenkarussell stoppte und ich konnte wieder atmen. Nach all den Jahren konnte ich die Sonne in meinem Herzen wieder spüren.


Heute haben wir immer noch keine Kinder und das ist vollkommen in Ordnung. Ich arbeite als Kinderkrankenschwester und liebe meinen Beruf. Ich kann mich um Kinder und Neugeborene kümmern ohne, wie früher, daran zu verzweifeln, dass ich keine Kinder habe. Ich freue mich aufrichtig für meine Freundinnen, wenn sie verkünden, dass sie schwanger sind und ich genieße alle Vorzüge des Lebens, wenn man keine Kinder hat. Ich bin Gott für so vieles Dankbar und ja, auch für meine Kinderlosigkeit. Ich muss keine Mutter mehr werden, denn ich bin bereits so viel: Ehefrau, Tochter, Schwester, Tante, Patentante, Cousine, Freundin, Arbeitskollegin, Kinderkrankenschwester und Vorbild.


„Auch wenn ich nicht mehr da bin, wird doch der Frieden bei euch bleiben. Ja, meinen Frieden gebe ich euch – einen Frieden, den euch niemand sonst auf der Welt geben kann. Deshalb seid nicht bestürzt und habt keine Angst“ Johannes 14,27


„Dann wird Gottes Frieden, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren, weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid.“ Philipper 4,7


Wenn ich diese Bibelverse lesen kommen mir immer die Tränen, denn ich habe erleben dürfen wie Gott, der Vater, der Schöpfer höchstpersönlich, mir diesen Frieden wie ein Pflaster auf mein zerbrochenes Herz legte.


Trisha

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You are fruitful!